Besteht die Demonstration auf der Straße noch als Lösungskonzept?

Als Künstler darf man nicht über Lebensstandard und Karriere nachdenken, sondern nur machen.

Ein Text von Thomas Ecke

Das Problem heißt Unentbehrlichkeit, aber wir sind nicht unentbehrlich, obwohl wir das gerne annehmen.

Die Arbeitsbedingungen sind so, wie wir es zulassen, ebenso die Freiheit unsere Kunst zu leben.
Über Subventionen und Gehälter will ich hier nicht reden, da eben wir Künstler ungemeine Opportunisten sind, mittlerweile. Um Verträge nicht nichtverlängert zu bekommen, um Geld zu verdienen usw.
Kunst ist die Freiheit, selbst zu entscheiden.

Künstlersein ein selbstgewählter Weg in die Unsicherheit ohne Garantie. Und auch eine Entscheidung im Wissen um die Umstände.
Mir persönlich wird zu viel gejammert von denen die sich nicht eingestehen können, dass sie statt Millionen nur Monatsgehälter verdienen. Ich kenne viele, denen ich nicht mal Monatsgehälter zugestehen würde.

Unentbehrlich wird man durch Leistung, allerdings eben auch nicht immer.
Mein Fazit ist eher: Bleib dran, wenn du dafür brennst, wenn nicht lass es ganz schnell und werde etwas anderes.
Leider geht ja gerade in der Kunst heutzutage keiner mehr auf die Straße, um für bessere Bedingungen zu demonstrieren.
Ich war noch auf der Straße, in der DDR, aber das ist lange her.
Seitdem wird nur noch gejammert und gelitten, aber nichts mehr erkämpft.

Wer also hier über alles Mögliche wettert, dem sag ich, tu was dagegen oder suche dir was anderes.
Kunst ist immer schwer, sonst wäre es keine Kunst.
Der Rest ist Laien Denken und bitte Schweigen.
Sein oder Nicht Sein.
Gell.

Abschließend sage ich es mal sportlich: Wer von uns trainiert tatsächlich täglich ohne Murren, liefert pünktlich ab, ist sozial und teambegeistert, kreativ und belastbar, bindet sich in die Theater-Gemeinschaft ein und bringt alles mit, was er oder sie hat ?
Ich kenne nur noch „coole“ junge Kollegen, die nach zweimal „Ausbruch“ Spielen für zwei Wochen mit Kehlkopfentzündung krankgeschrieben sind.
Sorry, aber das ist meine Wahrnehmung der letzten 35 Jahre.
Ich war noch nie krank.

Also ihr Blogger, wir arbeiten da, wo andere Zuschläge bekommen: schwebende Lasten, Feuergefahr, Arbeitszeitüberschreitungen, Gewichthebungen, Unfallgefahr, aber das Grundproblem lautet:

NV Bühne Solo

Und das lösen wir nur auf der Straße.

Gastbeitrag

Kommentar

  • Ja, Theatermann und Papa sein ist fast nicht möglich. Die Zeiten in denen Geschäfte gemacht werden (Wochenenden: Premieren/Partys) sind auch die Zeiten der Familie.
    Ich versuche den Zick-Zack-Kurs.
    Er muss Jeden. Neuen. Tag. Wieder. Ge. Macht. Werden.

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