Doch noch Hoffnung?

Ein Ausweg aus der Misere der Produktionsleitungen

Elena E. (Namen von der Redaktion geändert) steckt in einer Misere, die in Deutschland viele Frauen und Männer betrifft, die als Produktionsleitungen und Kulturmanager für künstlerische Projekte arbeiten. Die Kranken – und Pflegeversicherung ist oft oder beinahe unbezahlbar, da Menschen aus diesem Berufsfeld nicht in die KSK (Künstlersozialkasse) aufgenommen werden.

Die KSK sichert Künstler*innen aus allen Sparten einen bezahlbaren, am Einkommen angepassten, Beitrag zu. Außerdem sichert sie eine Pflege – und Rentenversicherung ab. Die KSK ist ohne Zweifel eine große Errungenschaft, so können Künstler*innen in anderen europäischen Staaten davon nur träumen. Trotzdem sind viele Menschen in Deutschland, die im Kontext von Kunst hauptberuflich arbeiten, nicht für die KSK zugelassen. Wie kann das sein?

Die KSK zählt die Organisation sowie Administration von künstlerischen Projekten, also Produktionsleitungen und Kulturmanager, nicht zu den Berufen, die sie absichert. Produktionsleitungen sind aber aus freien Produktionen in den darstellenden Künsten nicht weg zu denken. Der gesamte organisatorische und administrative Ablauf läuft über diesen Posten, der eng mit der künstlerischen Leitung und Dramaturgie verbunden ist.

Elena E. konnte in einem Jahr nicht genug Verträge vorweisen, die ihre Tätigkeit zum Schein zu einer künstlerischen umwandelten. Damit hat Elena E. dreifach so hohe Krankenversicherungskosten als andere Menschen, die im selben Umfeld wie sie arbeiten und ähnlich verdienen. Hinzu kommen private Rentenversicherungen. Elena E. steht nun vor der Frage: Kann ich mir meinen Beruf noch leisten? Sollte ich die Freiberuflichkeit zugunsten einer Festanstellung aufgeben?

In vielen Projekten gibt es das Problem, dass die Posten nicht in KSK-fähige Berufe umbenannt werden können, weil dann wiederrum die Abgabe an die KSK steigt und das Projekt andere Posten streichen muss. Oder aber die Fördergeber die Posten Organisation und Administration für ihre Förderung voraussetzen.

Hoffnung gibt es für Menschen wie Elena E. kaum, die KSK beabsichtigt nach Rückfrage von B.Gold keine Änderungen in ihrem Katalog vorzunehmen.

Es ist doch skandalös, dass denjenigen, die die Fäden einer künstlerischen Produktion zusammenhalten sollen, von den Privilegien der KSK rigoros und kompromisslos ausgeschlossen werden

 

Redaktion

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